Viele Unternehmen stehen vor der Herausforderung, moderne Systeme wie ERP, DMS oder Cloud-Tools mit älteren Anwendungen oder manuellen Prozessen zu verbinden.
Robotic Process Automation (RPA) kann hier eine entscheidende Lücke schließen – vor allem in Verbindung mit strukturierten Integrationsstrategien. Während Integrationslösungen für technische Schnittstellen wie REST, JSON oder pub/sub sorgen, übernimmt RPA Aufgaben dort, wo APIs fehlen – etwa in der Benutzeroberfläche von Legacy-Systemen.

 

Was ist RPA?

RPA steht für Robotic Process Automation. Es bezeichnet Software-Bots, die menschliche Interaktionen mit Systemen nachahmen: Sie klicken, tippen, kopieren, lesen und navigieren durch Benutzeroberflächen – so, wie es auch ein Mensch tun würde. Damit lassen sich Prozesse automatisieren, die nicht über klassische Schnittstellen integrierbar sind.

 

Wie ergänzt RPA klassische Integrationsansätze?


 Integrationstyp

 Geeignet für

 API-basierte Integration 

 Moderne, gut dokumentierte Systeme (z. B. REST, SOAP, JSON, XML) 

 File-basierte Integration 

 Systeme mit Export/Import-Funktion (z. B. CSV, XLSX)

 RPA

 Anwendungen ohne API, Terminalsysteme, Altsysteme


RPA wird oft
dort eingesetzt, wo Schnittstellen fehlen oder nicht zugänglich sind. In Verbindung mit Integrationsplattformen entsteht so ein durchgängiger Automatisierungsfluss, der auch bislang manuelle Prozesse umfasst.

 

Was sind Typische Einsatzszenarien?

  • ERP-Integration mit Legacy-Datenbank: RPA liest Bestellungen aus einem Altsystem und überträgt sie per UI-Automation in das ERP-System.
  • DMS-Befüllung über Webportale: Dokumente werden automatisch aus Portalen heruntergeladen, analysiert und korrekt abgelegt.
  • Datenvalidierung und Prüfung: RPA-Bots vergleichen Daten aus zwei Systemen, markieren Inkonsistenzen und melden diese ans Monitoring.
  • Dublettenprüfung: Roboter identifizieren ähnliche Einträge und starten automatisch Prozesse zur Datenbereinigung.
  • Bridge zwischen OT-System und Cloud: Wenn kein direkter Zugriff möglich ist, holt ein Bot regelmäßig Daten aus einer Maschinensteuerung.

 

Welche Vorteile hat die Kombination von RPA und Integration?

  • Erhöhte Abdeckung: Auch Systeme ohne moderne Schnittstellen lassen sich integrieren
  • Schneller Nutzen: RPA kann oft schneller implementiert werden als API-Anbindungen
  • Erweiterung bestehender Workflows: Bestehende Low Code- oder No Code-Prozesse lassen sich mit RPA ergänzen
  • Fehlertoleranz: RPA kann unerwartete UI-Änderungen erkennen und anpassen
  • Entlastung manueller Arbeit: Weniger Copy-Paste, mehr Zeit für wertschöpfende Tätigkeiten

 

Gibt es Herausforderungen und Risiken?

  • Stabilität: UI-Änderungen können RPA-Bots aus dem Takt bringen
  • Skalierbarkeit: RPA eignet sich gut für spezifische Aufgaben, weniger für komplexe Prozesslogik
  • Governance: RPA-Prozesse müssen genauso dokumentiert, überwacht und abgesichert werden wie klassische Integrationen
  • Sicherheitsfragen: Zugriff auf Oberflächen muss kontrolliert, protokolliert und mit Rollenrechten versehen sein (z. B. via OAuth)

 

Fazit

RPA ist kein Ersatz für API-basierte Integration – aber ein wertvoller Verbündeter. Gemeinsam mit klassischen Schnittstellen, Datenmappings und Automatisierungslogik entsteht eine Hybridstrategie, die auch die letzte Lücke in heterogenen Systemlandschaften schließt. Gerade dort, wo Altsysteme, Legacy-UI oder externe Portale im Spiel sind, kann RPA schnell und pragmatisch Mehrwert schaffen.

 

Welche manuellen Schritte kosten Ihre Teams noch täglich Zeit – obwohl Integration möglich wäre?
Lassen Sie uns gemeinsam bewerten, welche Rolle RPA in Ihrer Automatisierungsstrategie spielen kann – und wie es sich sinnvoll in bestehende Datenflüsse und Prozesse einfügt.