Polling ist ein klassisches Verfahren in der Systemintegration, um regelmäßig zu prüfen, ob sich in einem Quellsystem etwas verändert hat. Dabei fragt ein System aktiv in bestimmten Intervallen nach neuen Daten oder Änderungen – zum Beispiel alle fünf Minuten, stündlich oder nach einem individuell definierten Zeitplan.
Gerade in Unternehmen mit ERP-,DMS-, SAP- oder OT-Systemen, die keine Push-Technologie unterstützen (z. B. Webhooks), ist polling-basierte Integration nach wie vor gängig – auch wenn moderne Alternativen zunehmend zur Verfügung stehen.
Was bedeutet „Polling“?
Polling (von engl. „to poll“ = abfragen) bezeichnet das wiederholte Abfragen eines Zielsystems durch einen Client oder Integrationsdienst, um festzustellen, ob neue Informationen bereitstehen. Typischerweise erfolgt dies über:
- REST- oder SOAP-APIs
- Datei- oder Datenbankzugriffe (z. B. via FTP, SFTP)
- Abfragen auf bestimmte Felder (z. B. „letztes Änderungsdatum“)
Sobald ein neues oder geändertes Objekt erkannt wird, wird es weiterverarbeitet – z. B. in ein DMS übertragen, für ein Dashboard aufbereitet oder über einen Workflow angestoßen.
Was sind Vorteile von polling-basierter Integration?
1. Einfach umsetzbar
Polling benötigt keine komplexe Infrastruktur. Viele Systeme bieten die nötigen Endpunkte bereits an.
2. Robust bei instabilen Systemen
Wenn das Quellsystem nicht durchgängig verfügbar ist, sorgt Polling für Wiederholbarkeit – und holt Daten bei nächster Gelegenheit nach.
3. Unabhängig von Triggern
Anders als bei eventgetriebenen Verfahren (z. B.Webhooks) ist kein direkter Auslöser notwendig. Das pollingführende System steuert den Zeitpunkt selbst.
4. Kontrollierbare Frequenz
Durch konfigurierbare Intervalle lässt sich die Last auf Systeme minimieren und an Betriebszeiten anpassen.
Welche typischen Einsatzszenarien gibt es?
- Abfrage neuer Dokumente in einem DMS
- Regelmäßiger Datenexport aus einem ERP-System
- Prüfung auf neue Tickets, Rechnungen oder Statuswechsel
- Einlesen von Maschinen- oder OT-Daten aus Datei- oder DB-Quellen
- Synchronisation mit Cloud-Diensten, die keine Webhooks unterstützen
In Kombination mit Datenmapping, Monitoring, Dashboards und Authentifizierungsmechanismen wie OAuth entsteht eine stabile und nachvollziehbare Integrationsstrecke.
Was sind Grenzen und Herausforderungen?
- Nicht in Echtzeit: Je nach Intervall können Änderungen verzögert erkannt werden
- Systemlast: Häufiges Polling kann APIs und Datenbanken belasten
- Komplexes Delta-Handling: Was hat sich seit der letzten Abfrage genau verändert?
- Fehleranfälligkeit bei Verbindungsproblemen, wenn keine Retry-Logik vorhanden ist
Deshalb sollte polling-basiertes Vorgehen gut überwacht und dokumentiert sein – z. B. durch Monitoring-Tools, Fehlerprotokolle oder Fallback-Strategien.
Polling oder nicht?
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Kriterium |
Polling geeignet? |
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Kein Webhook/Push verfügbar |
Ja |
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Daten ändern sich selten |
Ja |
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Daten müssen in Echtzeit vorliegen |
Besser eventbasiert |
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API unterstützt Änderungsverfolgung |
Ja |
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Hohe Abfragefrequenz nötig |
Belastend für Systeme. |
In vielen Organisationen ist Polling ein notwendiger Kompromiss, insbesondere bei Altsystemen oder in der Übergangsphase zu moderneren Integrationsmethoden wie Event-basierten Architekturen oder Pub/Sub-Modellen.
Fazit
Polling-basierte Integration ist kein Auslaufmodell – sondern eine praktikable Lösung für viele reale Szenarien. Sie bietet Kontrolle, Zuverlässigkeit und Unabhängigkeit – besonders dort, wo Echtzeit keine zwingende Anforderung ist oder Systeme keine anderen Integrationsmöglichkeiten bieten.
Wie dynamisch fließen Ihre Daten – oder müssen sie erst geholt werden?
Lassen Sie uns gemeinsam analysieren, wo polling-basierte Verfahren in Ihrer Architektur sinnvoll sind – und wie Sie sie optimieren oder durch smartere Alternativen ergänzen können.
Tags:
Low-Code, ERP, Mapping, Dashboard, Monitoring, REST, JSON, XML, SAP, DMS, OAuth, Datenhoheit, Prozesskette09 Juli 2026