Microservices sind ein Architekturprinzip, bei dem Software nicht mehr als monolithischer Block, sondern in kleine, voneinander unabhängige Dienste zerlegt wird. Jeder Dienst erfüllt genau eine klar definierte Funktion – etwa das Versenden von E-Mails, das Verwalten von Nutzerdaten oder das Berechnen von Preisen. Diese Microservices kommunizieren über Schnittstellen miteinander – meist über REST-APIs, JSON, MQTT oder Webservices.

Im Kontext von Systemintegration und Digitalisierung gewinnen Microservices massiv an Bedeutung, da sie Flexibilität, Skalierbarkeit und Wartbarkeit deutlich verbessern.

 

Was sind Vorteile von Microservices für die Integration?


1. Lose Kopplung statt Abhängigkeiten

Jeder Dienst ist eigenständig lauffähig. Änderungen an einem Microservice beeinträchtigen nicht das gesamte System – das reduziert Risiken und steigert die Agilität.

2. Standardisierte Kommunikation 

Microservices nutzen oft REST, SOAP, HTTPS oder Messaging-Protokolle wie MQTT, JMS zur Kommunikation. Diese sind ideal geeignet für die Anbindung über eine Integrationsplattform.


3. Wiederverwendbarkeit von Funktionalitäten 

Ein Service – etwa zur Validierung von XRechnungen oder zur Generierung von Berichten – kann in verschiedenen Prozessen oder Projekten eingesetzt werden.

 

4. Skalierbarkeit 

Performancekritische Dienste (z. B. bei der Verarbeitung von Smart-Meter-Daten) lassen sich unabhängig hochskalieren – etwa in einer Cloud-Umgebung mit Docker und Kubernetes.


5. Technologievielfalt möglich

Jeder Microservice kann in der für ihn optimalen Technologie entwickelt werden – z. B. Python für Datenanalyse, Java für Transaktionen, Node.js für APIs.

 

Microservices und Integrationsplattformen – ein perfektes Zusammenspiel?

In modernen Systemlandschaften übernehmen Microservices häufig fachliche Funktionen, während Integrationsplattformen für die Verbindung und Orchestrierung sorgen. Typische Rollenverteilungen:

  • Microservice liefert Daten → Plattform integriert ins ERP-System
  • Plattform empfängt Event → leitet es an Microservice zur Verarbeitung weiter
  • Microservice erzeugt Statusmeldung → Plattform verteilt Info per Dashboard, Monitoring, Webservice

Beispiel: Ein Microservice prüft neue Anträge aus einem Bürgerportal. Die Plattform übergibt die Ergebnisse an das Fachverfahren, steuert den Prozessfluss und erzeugt eine Nachricht im E-Akte-System.

 

Welche Typischen Einsatzszenarien gibt es?

  • Verarbeitung von IoT- oder OT-Daten aus Maschinen und Sensoren
  • Erzeugung von PDF-Dokumenten oder E-Akten
  • Validierung und Strukturierung von XML-, JSON- oder CSV-Dateien
  • Implementierung von Businessregeln (z. B. Freigaben, Plausibilitäten)
  • Automatisierte Datensynchronisation mit externen CMS, CRM oder DMS

 

Fazit

Microservices sind ein zentraler Baustein moderner Integrationsarchitekturen. Sie erlauben es, komplexe IT-Landschaften schrittweise zu modularisieren, Innovationen schneller einzuführen und gleichzeitig bestehende Systeme effizient weiterzuentwickeln. In Kombination mit einer starken Integrationslogik entfalten sie ihre volle Wirkung: dezentral, kontrolliert und hochgradig flexibel.

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