Das Internet of Things (IoT) eröffnet Unternehmen neue Möglichkeiten zur Datenerfassung, Automatisierung und Prozessoptimierung. Doch viele Unternehmen stehen vor der Frage: Wie lassen sich IoT-Geräte sinnvoll in bestehende IT-Systeme einbinden? Denn nur wenn Daten aus der OT-Welt sicher, strukturiert und in Echtzeit in die IT-Prozesse fließen, entsteht tatsächlicher Mehrwert – sei es für die Fertigung, Verwaltung oder Versorgung.

 

Welche Herausforderungen entstehen durch zwei Welten und viele Systeme?

In den meisten Organisationen gibt es eine klare Trennung zwischen operativen Technologien (OT) – also Maschinen, Sensoren, SPS & Co. – und IT-Systemen wie ERP, DMS, Fachverfahren oder CRM. Diese Systeme sprechen nicht automatisch dieselbe Sprache:

  • Unterschiedliche Protokolle (z. B. MQTT, OPC UA, Modbus)
  • Proprietäre Datenformate und unstrukturierte Rohdaten
  • Unterschiedliche Sicherheitsniveaus und Zugriffsrechte
  • Echtzeitanforderungen vs. transaktionale Verarbeitung

Lösung: Eine gut geplante Integration auf Basis bewährter Schnittstellen und Technologien.

 

Welche technische Ansätze für die IoT-Integration gibt es?

1. Anbindung über Konnektoren und Gateways 

  • Kommunikation per MQTT, HTTP, FTP, SFTP, REST
  • Datensammlung über Edge-Geräte, SPS oder Microcontroller
  • Vorverarbeitung über Edge Computing zur Reduktion der Last auf zentrale Systeme

2. Standardisierte Schnittstellen nutzen 

  • Verwendung strukturierter Formate wie JSON, XML, CSV
  • Abbildung der IoT-Daten in ein einheitliches Datenmodell
  • Einsatz von Mapping-Funktionen zur Angleichung an bestehende IT-Prozesse

3. Eventgesteuerte Integration 

  • Sensor erkennt Zustand (z. B. Temperatur überschritten) → Event wird ausgelöst
  • Plattform leitet Folgeaktionen ein (z. B. E-Mail, Datenübergabe an ERP)

4. Prozessautomatisierung & Monitoring 

  • Darstellung aktueller Maschinenzustände in Dashboards
  • Automatisierte Benachrichtigungen bei Störungen
  • Speicherung der Daten in einer Datenbank für Analyse und Reporting

 

Welche typischen Use Cases gibt es in Industrie, Verwaltung und Versorgung?

Produktionsüberwachung mit Live-Daten aus der Fertigung

  • Vorausschauende Wartung (Predictive Maintenance) mit Hilfe von Smart-Meter-Daten
  • Automatisiertes Auslösen von Materialbestellungen bei Grenzwerten
  • Integration von IoT-Gateways in KRITIS-konforme Umgebungen
  • Visualisierung von Sensorwerten in kommunalen Smart-City-Portalen

 

Welche Anforderungen gelten für Sicherheit und Compliance in Integrationsprojekten?

  • Verschlüsselte Kommunikation (z. B. HTTPS, TLS, VPN)
  • Authentifizierung via OAuth, Token, rollenbasierte Zugriffskontrolle
  • DSGVO-konforme Datenverarbeitung und Nachvollziehbarkeit via Monitoring

 

Fazit

Die Integration von IoT in eine bestehende IT-Landschaft ist mehr als eine technische Spielerei – sie ist der nächste logische Schritt auf dem Weg zur automatisierten, datengetriebenen Organisation. Mit standardisierten Protokollen, intelligenter Anbindung und sicherem Datentransfer lassen sich neue Potenziale heben – ohne Alt-Systeme ersetzen zu müssen.

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