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Wie funktioniert eine Pub/Sub-Architektur? | TRANSCONNECT

Geschrieben von TRANSCONNECT Integrationslexikon | Jul 9, 2026 10:44:04 AM

Pub/Sub steht für Publish/Subscribe – ein Messaging-Modell, das besonders in modernen IT-Architekturen eine zentrale Rolle spielt. Es ermöglicht eine flexible, skalierbare und entkoppelte Kommunikation zwischen Systemen, Geräten und Diensten. Gerade bei der Integration von ERP, DMS, IoT, OT und Cloud-Anwendungen ist Pub/Sub eine häufig genutzte Architekturform.

Was bedeutet „Publish/Subscribe“?

Im klassischen Modell kommunizieren Systeme direkt miteinander – z. B. per API-Aufruf. In einer Pub/Sub-Architektur hingegen sind Sender („Publisher“) und Empfänger („Subscriber“) voneinander entkoppelt. Sie kommunizieren über sogenannte Topics auf einem Message Broker.

So funktioniert’s: 

1.   Ein Publisher sendet eine Nachricht an ein bestimmtes Topic (z. B. „Maschinenstatus“)
2.  Ein Message Broker (z. B. MQTT-Broker) verwaltet dieses Topic
3.  Alle Systeme, die sich für dieses Topic registriert haben, erhalten automatisch die Nachricht


Der Vorteil:
Publisher und Subscriber müssen nichts voneinander wissen. Sie sind lose gekoppelt und skalieren unabhängig voneinander.

Was sind typische Einsatzbereiche?

  • IoT/IIoT-Integration: Sensoren veröffentlichen Messwerte, Produktionssysteme oder Dashboards abonnieren sie
  • Event-getriebene IT-Systeme: ERP sendet Ereignisse wie „Auftrag erstellt“, DMS oder CRM reagieren automatisch
  • Verwaltungsprozesse: Systeme informieren asynchron über Statusänderungen – etwa via XÖV oder EGVP
  • Monitoring-Architekturen: Metriken und Logs werden als Events publiziert und visualisiert (z. B. über Dashboards)

Welche Vorteile hat Pub/Sub-Architektur?

1. Hohe Skalierbarkeit 

Subscriber können beliebig viele sein, ohne die Publisher zu belasten. Neue Systeme lassen sich leicht integrieren.

2. Asynchrone Kommunikation 

Ideal für entkoppelte Prozesse mit hohem Durchsatz – z. B. bei OT- oder IIoT-Datenströmen über MQTT.

3. Flexibilität 

Neue Subscriber lassen sich hinzufügen, ohne bestehende Systeme zu ändern. Das reduziert Integrationsaufwand.

4. Resilienz 

Fällt ein Subscriber aus, kann er sich später synchronisieren – je nach Broker auch mit Nachrichtenpufferung.

5. Geringere Systemlast 

Kein aktives „Polling“ nötig – Subscriber reagieren nur, wenn relevante Events eintreffen.

Welche Herausforderungen gibt es?

  • Message-Governance: Ohne klare Struktur können Topics unübersichtlich werden
  • Fehlertoleranz: Messages müssen ggf. zwischengespeichert werden
  • Sicherheit: Zugriff auf Topics muss geregelt werden (z. B. via OAuth)
  • Monitoring & Debugging: Entkoppelte Kommunikation erschwert Fehleranalyse

Welche Technologien kommen zum Einsatz?

In der Praxis setzen viele Organisationen auf Protokolle wie:

  • MQTT – leichtgewichtig, ideal für IoT/OT
  • AMQP – Enterprise-ready mit erweiterten Routing-Funktionen
  • Kafka – hochperformant für Big-Data-Streaming
  • Webhooks / EventBridge / AsyncAPI – moderne Cloud-nahe Varianten

In Kombination mit JSON, XML oder eigenen Datenformaten lassen sich so robuste, asynchrone Prozessketten aufbauen.

Was bedeutet das für Ihr Unternehmen?

Für IT-Teams, Fachbereiche und Entscheider:innen bedeutet Pub/Sub:

  • Mehr Geschwindigkeit durch Event-getriebene Prozesse
  • Weniger Kopplung zwischen Systemen
  • Weniger technische Schulden und Wartungsaufwand
  • Besserer Datenfluss für Dashboards, Automatisierungen und Analytics

Insbesondere im German Mittelstand, in der öffentlichen Verwaltung oder bei Versorgern mit vielen Teilsystemen, schafft dieses Architekturmodell den nötigen Rahmen für skalierbare Integration.

Fazit

Die Pub/Sub-Architektur steht für moderne, flexible und belastbare Integration. Sie eignet sich besonders für Organisationen, die mit verteilten Systemen arbeiten und ihre Prozesse schrittweise automatisieren wollen. Richtig eingesetzt, wird sie zum Fundament für Echtzeit-Kommunikation, Effizienz und Digitalisierung.

Wie lose gekoppelt ist Ihre Systemlandschaft?
Lassen Sie uns gemeinsam analysieren, ob und wie Pub/Sub-Strukturen in Ihrer Organisation Prozesse entkoppeln, Datenflüsse verbessern und Integrationsprojekte beschleunigen können.