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Wie wird mit Legacy-Systemen umgegangen? | TRANSCONNECT

Geschrieben von TRANSCONNECT Integrationslexikon | Nov 3, 2025, 2:38:31 PM

Legacy-Systeme – also historisch gewachsene IT-Systeme – bilden in vielen Organisationen das Rückgrat betrieblicher Abläufe. Ob bewährte Datenbanken, monolithische Fachverfahren oder alte ERP-Systeme: Ein kompletter Austausch ist meist teuer, risikobehaftet oder organisatorisch nicht realisierbar. Dennoch stehen diese Systeme zunehmend unter Druck, sich in moderne, cloudbasierte, API-gesteuerte oder IoT-fähige Architekturen zu integrieren.

Die Lösung: smarte Anbindung statt radikaler Ersatz.

 

Warum ist der Umgang mit Legacy-Systemen so herausfordernd?

  • Keine offenen Schnittstellen (z. B. REST oder JSON fehlen)
  • Veraltete Protokolle wie FTP, SOAP oder proprietäre APIs
  • Unzureichende Dokumentation
  • Kein Echtzeitverhalten: Prozesse sind batchbasiert oder manuell gesteuert
  • Hohe Abhängigkeit vom Betriebspersonal
  • Compliance- und Sicherheitsrisiken bei fehlender Authentifizierung oder Verschlüsselung

 

Welche Strategien für die Anbindung von Legacy-Systemen gibt es?

1. API-Fassade (Wrapper) 

  • Umschließen des Alt-Systems mit einer modernen API-Schnittstelle (z. B. REST, OAuth2, JSON)
  • Transformation alter Datenstrukturen (z. B. CSV, XML) in standardisierte Formate
  • Ermöglicht externe Nutzung ohne Veränderung des Legacy-Kerns

2. Datenextraktion via Konnektor 

  • Zugriff auf Datenbanken, Dateien oder Logiken über spezialisierte Konnektoren
  • Unterstützung alter Standards: FTP, SOAP, XML-RPC, LDAP
  • Kombination mit Mapping-Tools für normgerechte Weiterverarbeitung (z. B. XRechnung, XÖV)

3. Message-basierte Integration 

  • Nutzung von Message Queues oder Events (z. B. MQTT) zur Entkopplung
  • Legacy-System sendet oder empfängt Nachrichten statt API-Aufrufen
  • Ideal für asynchrone Verarbeitung und Zwischenspeicherung

4. Low-Code/No-Code-Brücken 

  • Visuelle Erstellung von Konnektoren und Transformationen ohne tiefen Eingriff ins System
  • Ideal für die Anbindung kleinerer, unkritischer Systeme mit wenig Änderungsbedarf

5. Parallelbetrieb mit schrittweiser Ablösung 

  • Legacy bleibt bestehen, während neue Prozesse parallel aufgebaut werden
  • Daten fließen über eine zentrale Datendrehscheibe in beide Richtungen
  • Reduziert Migrationsrisiko und ermöglicht „Modernisierung ohne Druck“

 

Welche Best Practices für die Integration von Alt-Systemen haben sich bewährt?

  • Nutzung sicherer Protokolle auch für alte Systeme (z. B. TLS, VPN, Zertifikate)
  • Maskierung sensibler Daten gemäß DSGVO
  • Einsatz von Monitoring und Audit-Trail für jede Transformation
  • Einbindung in CI/CD für saubere Versionierung und automatisierte Tests
  • Rollenkonzepte zur gezielten Zugriffskontrolle

 

Fazit

Legacy-Systeme sind kein Hindernis – sondern ein Teil der Lösung, wenn sie intelligent integriert werden. Mit den richtigen Schnittstellen, Formaten und Prozessen lassen sich auch ältere Systeme sicher und effizient in moderne IT-Architekturen einbinden – ohne Funktionalität oder Datenhoheit zu verlieren.

 

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