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Was sind Canonical Data Models? | TRANSCONNECT

Geschrieben von TRANSCONNECT Integrationslexikon | Jun 8, 2026 12:04:55 PM


Ein
Canonical Data Model (CDM) ist ein standardisiertes, einheitliches Datenmodell, das als gemeinsame Sprache zwischen unterschiedlichen Systemen fungiert. Es dient dazu, die Vielfalt an Datenstrukturen, Formaten und Feldbezeichnungen zu vereinheitlichen – unabhängig davon, ob Informationen aus ERP-, DMS-, OT-Systemen, der Cloud oder externen Partnerquellen stammen.

Ziel ist es, Datenintegration einfacher, nachvollziehbarer und wartbarer zu machen – insbesondere in komplexen oder historisch gewachsenen IT-Landschaften.

 

Warum werden Canonical Data Models eingesetzt?

In der Praxis sprechen viele Systeme „ihre eigene Sprache“. Ein Produkt kann als Artikel, Item, SKU oder Material bezeichnet sein. Felder heißen in einem System „Preis“, im anderen „Amount“ oder „Wert“. Genau hier setzt ein CDM an: Es bildet ein neutrales, zentral gepflegtes Modell, auf das alle Systeme beim Datenaustausch Bezug nehmen.

Vorteile:

  • Reduzierung der Anzahl an benötigten Mappings
  • Vereinfachung von Schnittstellenentwicklung
  • Geringerer Pflegeaufwand bei Systemänderungen
  • Höhere Konsistenz in Monitoring, Dashboards und Prozessketten

 

Aufbau eines Canonical Data Models

Ein CDM ist kein Produkt, sondern ein Architekturprinzip. Es umfasst:

  • Standardisierte Feldbezeichnungen und Typen
  • Einheitliche Datenformate (z. B. JSON, XML, CSV)
  • Zentrale Definition von Geschäftsobjekten wie Kunde, Produkt, Rechnung
  • Versionierung und Governance, um Änderungen nachvollziehbar zu machen
  • Dokumentation, z. B. via OpenAPI oder semantische Modelle

 

Wo kommen Canonical Data Models zum Einsatz?

  • In Organisationen mit mehreren ERP-Systemen oder Unternehmensbereichen
  • Bei der Integration von Cloud- und On-Premise-Anwendungen
  • In datengetriebenen Branchen wie Energie, Verwaltung, Logistik oder Produktion
  • Bei Prozessen mit mehreren Datensystemen (z. B. DMS + SAP + CRM)
  • In Low Code / No Code-Projekten, bei denen wiederverwendbare Konnektoren auf einem zentralen Modell basieren

 

Welche Praxisbeispiele gibt es?

  • Ein Konzern harmonisiert Produktdaten aus vier ERP-Systemen über ein zentrales CDM – die angebundenen Dashboards zeigen konsistente Reports
  • Eine Verwaltung nutzt ein CDM zur Vereinheitlichung von Bürger:innendaten aus verschiedenen Fachverfahren
  • Ein Energieversorger fasst OT-Daten in einem standardisierten Modell zusammen, das unabhängig vom Gerätetyp ist
  • Ein IT-Team reduziert durch die Nutzung eines CDM den Pflegeaufwand für REST-Schnittstellen um mehr als 40 %

 

Was sind Herausforderungen in der Praxis?

  • Definition eines CDM erfordert interdisziplinäre Zusammenarbeit
  • Fachbereiche müssen sich auf ein gemeinsames Verständnis von Objekten einigen
  • Bestehende Systeme lassen sich nicht immer vollständig abbilden
  • Governance muss klar geregelt sein: Wer darf was ändern?
  • Ein zu komplexes Modell kann schwer wartbar sein – Pragmatismus ist gefragt

 

Fazit

Ein Canonical Data Model ist mehr als ein technischer Standard – es ist ein strategisches Mittel, um Datenflüsse zu vereinheitlichen, Schnittstellen zu entlasten und digitale Prozesse skalierbar zu machen. Richtig umgesetzt, sorgt ein CDM für bessere Datenqualität, schnellere Integrationsprojekte und langfristig niedrigere Betriebskosten.
Wie viele „Sprachen“ sprechen Ihre Systeme?
Lassen Sie uns gemeinsam analysieren, ob ein Canonical Data Model Ihre Organisation dabei unterstützen kann, Datensilos abzubauen und die Grundlage für effiziente, nachvollziehbare Integration zu schaffen.